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Nach dem fast jährlich wahrgenommenen Pfingstlehrgang von Stanko Kummer
in der Sachsenhalle Chemnitz ist
es an der Zeit gewesen Lehrgangsluft in anderen Kreisen zu schnuppern. Eine
wahrlich weiterzuempfehlende
Adresse ist dafür das Yu-Ai in Overath/Nordrhein-Westfahlen.
Das Yu-Ai, welches nunmehr seit 1993 traditionell in jedem Jahr stattfindet,
ist ein Lehrgang der besonderen Art. Es ist mehr als ein einfaches zusammentreffen
lehrgangshungriger, lernfreudiger Karatekas. Über 900 Teilnehmer fanden
an Pfingsten den Weg nach Overath um bei Namenhaften Trainern mehr über
Karate und artverwandte Kampfkünste in praktischer wie auch theoretischer
Form zu erlernen. In 56 Trainingseinheiten, 50 Workshops und 14 Vorträgen
stellten über 30 Trainer und Referenten, u.a. Größen wie
Fritz Nöpel, Charles Longdon-Hughes, Marie Niino, Bernhard Milner,
um nur einige wenige zu nennen, ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Eigenarten
lernwilligen Karatekas zur Verfügung.
Das Angebot war so vielfältig, dass es zum Teil schwer fiel, aus den
jeweils 11 zeitgleich stattfindenden Einheiten auszuwählen. Die Themenvielfalt
reichte von Katavariationen und Kumiteformen über Aikido, Ju Jutsu
, Entspannungstechniken, Meditationsformen, Sound Karate, Kara-T-Robics
bis hin zu Shiatsu und Variationen beim Karatetraining. Wobei die Liste
noch schier endlos fortgeführt werden könnte. Wir,
Sylvia Lehoczki, Franziska Krebs, Uwe Klötzer, Jan Sieber und natürlich
Ingolf Bartsch sowie Stefanie Baronick und Claudia Friedrich aus Dresden
haben uns an Pfingsten auf den Weg nach Nordrhein-Westfahlen gemacht um
neue Erfahrungen für uns, aber auch neue Ideen für das Training
und somit für den Verein zu sammeln.
Vor Ort angekommen hieß es ein Schlafplatz zu finden, oder besser
ihn zu bauen. Wir nutzen, wie so viele andere auch, die Möglichkeit
auf dem großzügigen Gelände des Schulzentrum Cyriax zu
campen.

Aber, wer arbeitet muss auch speisen – und was bietet sich in solch
einer Atmosphäre, bei lauen Sommerabendtemperaturen wohl besser an,
als zu grillen.
Mehr
oder weniger ausgeschlafen standen wir am Samstag Morgen pünktlich
um 9 Uhr in der Halle zur Eröffnung des Yu-Ai. Nach einer kurzen
Eröffnungsrede hieß es sogleich schwitzen – aber kräftig!
Charles Longdon-Hughes brachte mit dem von ihm entwickelten Kara-T-Robics,
einem Trainingssystem, das Elemente des Karate und Aerobic miteinander
verbindet, müde Knochen zum steppen, kicken und punshen.
Danach verteilten wir uns in allen Hallen und jeder suchte sich seinen
eigenen Weg, sein eigenes Programm. Sylvia nahm wohl fast jede Form der
Selbstverteidigung, vor allem die Aikido Workshops für sich in Anspruch.
Uwe trainierte fleißig jedwede Form von Kata und befasste sich nicht
zuletzt mit der Idee hinter dem Karate. Franziska fand sich mal hier mal
dort, vom Kumite über das Pratzentraining bis hin zur Kata. Ingolf
entschied sich vornehmlich für die Wissensakquirierung auf der intellektuellen
Karateebene und zu dem auch viel für Selbstverteidigung und Aikido.
Und Jan, wo sollte man ihn wohl anders vermuten, als bei sämtlichen
Variationen des Kumite. Aber im großen und ganzen hatte wohl jeder
von uns eine abwechslungsreiche Mischung im Trainingsprogramm und allen
gemeinsam war das allmorgendliche aufwärmen bei Longdon-Hughes.
v.L.: Jan Sieber, Franziska Krebs, Charles Longdon-Hughes, Sylvia Lehoczki,
Uwe Klötzner
Und wenn die Hitze die Anzüge durchnässt hatte, dann bot es
sich an, zur Entspannung einen Vortrag über die Philosophie bzw.
den theoretischen Hintergrund des Karate zu hören, Autogenes Training
zu genießen oder wichtige Druckpunkte u.a. gegen Kopfschmerzen beim
Shiatsu zu finden.
Auf diese Art waren wir Samstag und Sonntag voll ausgelastet.
Ein besonderer Leckerbissen waren die Seminare bei Fritz Nöpel, dem
jeder Karateka stundenlang beim philosophieren hätte zuhören
können. Was aber in Anbetracht der 13 Jahre, die er in Asien verbrachte
kein Wunder ist. Nicht nur das er es bis zum achten Dan gebracht hat,
er verfügt auch über eine Menge an geschichtlichen Hintergrundwissen
über viele asiatische Kampfstile. Er ging hier ein anderen Weg der
Trainingsmethodik. Anstatt dass Kata in Anwendung ewig am Partner geübt
wurde, ging er verbal viel mehr auf die Entwicklung, die Hintergründe
und die Erläuterung der Techniken aus Katas ein. So war es bspw.
für viele interessant zu erfahren, welcher Sinn hinter der Eröffnung
einer Kata steht. Indem man den Handflächen im Gedanbereich kreuzt
wird dem Gegner gezeigt, das man sein Hara schützt und dass man somit
bereit für den Kampf ist.
Weiterhin wurde sehr viel Wert darauf gelegt, dass Bunkai, solange es
funktioniert und die Kata ansatzweise zu erkennen ist, sehr variabel zu
gestalten ist. Hier gibt es keine Standards! Denn die Interpretation der
Kata hängt stark von der körperlichen Konstitution eines jeden
ab, was eine Standardisierung schlicht weg unsinnig macht!
Fritz Nöpel....und die geschichtlichen Hintergründe
des Karate....
Mit
der am Sonntag Abend stattfindenden Gala boten Referenten und Lehrgangsteilnehmer
in einer Mischung aus Perfektion an Karate und Showeffekten ein eindrucksvolles
Bild und somit einen bleibenden Eindruck vom Yu-Ai.
Am Montag entschieden wir uns für einen frühen Aufbruch –
den eventuellen Pfingstverkehr und die Aussicht auf ein erfrischendes
Nass nach tropischen Wochenendtemperaturen in einem der heimischen Badeseen
im Hinterkopf.
Bericht
Franziska Krebs, Jan Sieber
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Und hier die versprochene
Bildergalerie.....
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